Mini Aktivitäten Ansatz
Was ist der Mini-Aktivitäten-Ansatz (MAA)?
Der Mini-Aktivitäten-Ansatz (MAA) stärkt Ihre Resilienz mit kurzen, wissenschaftlich fundierten Übungen, die weniger als zwei Minuten dauern. Diese Mini-Aktivitätenlassen sich mühelos in den Alltag integrieren – ob zu Hause, bei der Arbeit oder unterwegs. Sie brauchen keine speziellen Hilfsmittel – nur einen achtsamen Moment und gelegentlich Ihr Smartphone.
Der MAA ist vielseitig einsetzbar: von der persönlichen Resilienzförderung bis hin zu Ergotherapie, Coaching oder anderen therapeutischen Kontexten – flexibel, motivierend und alltagstauglich.
Der MAA in drei Kernphasen
1. Ausprobieren und Erleben
2. Repertoire erweitern
3. Flexibilität trainieren
Der MAA gliedert sich in drei zentrale Phasen. In der ersten Phase führen Sie gezielt Mini-Aktivitäten aus, die Ihnen guttun, und reflektieren anschließend ihre positiven körperlichen und mentalen Effekte. In der zweiten Phase sammeln Sie ein persönliches Repertoire an Mini-Aktivitäten, die zu Ihnen passen. Dies bildet die Grundlage für die dritte Phase: Sie setzen Ihre Aktivitäten wie Werkzeuge in einem gut sortierten Werkzeugkasten bewusst und flexibel im Alltag ein. Mit wachsender Erfahrung lernen Sie, Ihre Aktivitäten gezielt in unterschiedlichen Situationen zu nutzen, um Herausforderungen zu meistern und daraus zu lernen. Ihr „Aktivitäten-Werkzeugkasten“ lässt sich ein Leben lang erweitern, anpassen und verfeinern.
Resilienz
Resilienz beschreibt den Prozess und das Ergebnis einer erfolgreichen Anpassung an schwierige oder belastende Lebenssituationen – insbesondere durch mentale, emotionale und Verhaltensbezogene Flexibilität im Umgang mit inneren und äußeren Anforderungen. Psychologische Forschung zeigt, dass die damit verbundenen Ressourcen und Fähigkeiten gezielt entwickelt und trainiert werden können (American Psychological Association, 2018). Resilienz entsteht aus dem Zusammenspiel persönlicher und äußerer Faktoren. Drei zentrale Elemente sind: 1) Ein unterstützendes soziales Netzwerk, das Rückhalt und Ermutigung gibt 2) Positives Denken mit einer hoffnungsvollen Sicht auf die Zukunft 3) Psychologische Flexibilität, also die Fähigkeit, in Möglichkeiten und Lösungen zu denken
Aktivitäten
Die Fähigkeit, im Laufe des Lebens resilient auf Herausforderungen zu reagieren, ist komplex und kann auf den ersten Blick überwältigend wirken. Doch wissenschaftliche Studien zeigen immer wieder: Wir können unsere Resilienz gezielt stärken und sogar aus schwierigen Erfahrungen lernen – durch Reflexion und bewusstes Handeln.
Wissen allein – etwa, dass soziale Kontakte, Bewegung oder positive Gedanken gesund sind – reicht nicht aus. Deshalb steht Handeln im Mittelpunkt des MAA: Soziale, mentale und körperliche Mini-Aktivitäten schaffen positive Erlebnisse, unterbrechen Gedankenkreisen und lenken die Aufmerksamkeit auf das, was gesund ist und in unserem Einflussbereich liegt.
Warum „Mini“?
Auf dem Weg zu einem resilienteren Lebensstil besteht die Gefahr, sich zu große oder unrealistische Ziele zu setzen – ähnlich wie bei Neujahrsvorsätzen, die oft keinen nachhaltigen Wandel bewirken. Die Verhaltensforschung zeigt: Der Schlüssel liegt im klein anfangen. Auch wenn eine Situation schmerzhaft ist, muss sie nicht den weiteren Lebensweg bestimmen. Dieser Perspektivwechsel ermöglicht es, den Blick auf das zu richten, was wir beeinflussen können, und den nächsten kleinen Schritt in Richtung positiver Veränderung zu gehen.
Schon scheinbar einfache Handlungen können große Wirkung haben. Stellen Sie sich vor, Sie würden nie Ihre Zähne putzen – der Effekt wäre enorm. Ebenso wirken unsere Handlungen, Gedanken und Sinneseindrücke auf unser Hormonsystem. Ein Lächeln, ein Lieblingslied oder ein positiver Gedanke können sofort eine biochemische Reaktion auslösen und die Stimmung heben – auch wenn nur für kurze Zeit. Genau diese schnelle Wirkung können wir für uns nutzen.
Der Mini-Aktivitäten-Ansatz setzt daher gezielt auf kleine, aber wirkungsvolle Aktivitäten, die Ihre Resilienz Schritt für Schritt stärken.
Der Mini-Aktivitäten-Ansatz (MAA) wurde 2015 von Barbara Aegler, Franziska Heigl und Fay Zischeck entwickelt. Alle drei sind Ergotherapeutinnen mit Spezialisierung auf Schmerztherapie, Handtherapie und Rheumatologie. Sie verbinden klinische Expertise mit einer Leidenschaft für wissenschaftliche Forschung. Der MAA entstand aus ihrem gemeinsamen Ziel, neue Ansätze zur Resilienzförderung in der Therapie zu erforschen, und spiegelt ihr Engagement für eine klientenzentrierte, aktivitätsbasierte Praxis wider.
